Vesuv

File 371Majestätisch thront er da, der Vesuv (ital. Vesuvio), Italiens berühmtester und zugleich zerstörerischter Vulkan. Ihm wird die zweifelhafte Ehre zuteil, der einzig verbliebene aktive große Vulkan des europäischen Festlands zu sein. Er liegt nur ca. 10 Kilometer südöstlich von Neapel, der Metropole im gleichnamigen Golf, entfernt. Die Megacity befindet sich somit im Einzugsgebiet eines möglichen Ausbruchs. Eine diesbezügliche Gefahr wird von Experten gegenwärtig als äußerst gering eingeschätzt.
Traurige Berühmtheit erreichte der ca. 25.000 Jahre alte Vesuvio 79 n. Chr., als ein verheerender Ausbruch eine Reihe von römischen Siedlungen, darunter Herculaneum, Stabiae und das weltberühmte Pompeji, unter abertausenden Tonnen von Asche und Lava begrub. Seit diesem Ausbruch besitzt der Vesuv zwei Gipfel, den Monte Somma mit ca. 1.130 Metern Höhe und den eigentlichen Vesuv, mit etwa 1.280 Metern Höhe.

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Seit der Pompeij-Katastrophe ist der Vesuv einige weitere Male ausgebrochen, so etwa 1631, als der Vulkan wiederum einige Siedlungen unter seinen Lavamassen begrub. Die letzte große Eruption des Vesuvs erfolgte im Jahre 1944. Seither ruht der Riese unter den wachsamen Augen von Vulkanologen, die ihr Observatorium am Monte Somma errichtet haben. Lediglich einige kleinere Erdbeben bezeugen, dass es unter dem Riesen brodelt. Somit ist der Vesuv für die Region rund um Neapel Segen und möglicher Fluch zugleich. Die Böden in seinem Einzugsgebiet sind überaus fruchtbar, weshalb dort eine Fülle an Früchten und Weinrebensorten angebaut wird.
Trotz der nicht zu verneinenden Gefahr, die vom Vesuvio ausgeht, ist er ein überaus beliebter Touristenmagnet, nicht zuletzt, da sich dem Besucher an klaren Tagen vom Vulkan aus ein traumhafter Ausblick auf den Golf von Neapel, die Metropole selbst und die Amalfiküste bietet. Sie können sich von Ercolano oder Torre del Greco aus auf dem Vulkan aufmachen. Es existiert eine Straße, die den Berg hinauf führt. Ein Bus verkehrt zwischen den Ortschaften und dem Parkplatz. Eine Seilbahn existierte einst, viel aber einem früheren Ausbruch des Vesuvs zum Opfer. Das letzte Stück zum Krater müssen sie zu Fuß bewältigen (ca. 45 Minuten). Seien Sie gewarnt, gerade im Hochsommer kann dieser Fußmarsch zur Tortur werden. Achten Sie auf Sonnenschutz und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich.