Pompei (Pompeji)

File 335

Die Ruinenstadt Pompeji (ital. Pompei) am Fuße des Vesuvs, einige Kilometer südöstlich der Metropole Neapel, stellt in gewisser Weise ein Mahnmal dar. Pompeji zeugt von der zerstörerischen Kraft, die von Mutter Natur und insbesondere ihren Vulkanen ausgeht. Im Jahre 79 n. Chr. wurde die damalige Römersiedlung, die vermutlich im 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde und zu ihrer Blütezeit einen bedeutenden Handelsplatz am Mittelmeer darstellte, durch einen massiven Ausbruch des allmächtigen Vesuvs unter tausenden Tonnen von Schutt (Bimsstein), Lava und Asche begraben. Ein Großteil der damaligen Bevölkerung der Siedlungen an den Hängen des Vesuvs (Pompeji, Stabiae oder Herculaneum) kam bei der Naturkatastrophe ums Leben. Diejenigen, die nicht durch die Asche und Gesteinsbrocken begraben wurden oder fliehen konnten, starben durch die im Zuge des Vulkanausbruchs entstandenen Gase und giftigen Dämpfe.
File 161Erst im 18. Jahrhundert wurden die Ruinen Pompejis bei Ausgrabungen am Vesuv entdeckt. Zwar war aus antiken Dokumenten die Existenz der Römersiedlung bekannt, eine genauere Verortung scheiterte bis dahin allerdings an der Tatsache, dass sich durch den Ausbruch des Vesuvs die Landschaft massiv veränderte. Pompeji liegt heute nicht mehr am Meer, sondern einige Kilometer landeinwärts. Archäologische Ausgrabungen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts systematisch vorangetrieben wurden und bis heute anhalten, gestalteten sich durchaus als schwierig, wurde Pompeji doch unter einer meterdicken Schicht aus Lava, Asche und Gestein verschlossen. Andererseits bildete diese Decke auch ein gutes Konservierungsmittel, wodurch sich in Pompeji einige der besterhaltendsten Relikte des antiken Roms finden ließen. Bereits im 19. Jahrhundert fingen Archäologen und Restaurantoren damit an, Gipsabdrücke von verschütteten Menschen und Tieren (in Hohlräumen) herzustellen. 

Diese Plastiken offenbaren Besuchern einen interessanten Einblick in das antike Pompeji und bieten in einer durchaus beklemmenden Art und Weise eine Momentaufnahme einer unausweichlichen Katastrophe, der die Bewohner Pompejis vollkommen hilflos gegenüberstanden. Ein Großteil der wichtigsten Gegenstände, die ausgegraben wurden, findet sich heute übrigens im archäologischen Nationalmuseum in Neapel. In etwas zwei Drittel Pompejis wurden bis heute ausgegraben und können individuell oder in einer geführten Gruppe besichtigt werden. Zu bestaunen gibt es Wohnhäuser, Villen, Tempel, Amtsgebäude und Bäder, wie auch antike Relikte, versteinerte Körper und die besagten Plastiken. Besonders häufig besucht werden beispielsweise das Kapitol, das Macellum (Markthalle) von Pompeji, der Apollontempel oder das große Amphitheater.

Pompeji gehört zusammengefasst sicherlich zu einer wichtigsten archäologischen Stätte der Welt. Sie vermittelt einen seltenen Einblick in das Alltagsleben einer antiken Kultur die an einem Tag im August des Jahres 79 n. Chr. innerhalb von wenigen Augenblicken ausgelöscht und konserviert wurde. Allerdings hat dieser Ruhm für Pompeji auch seinen Preis. Der stetige Besucheranstrom – Pompeiji ist die meistbesichtigte antike Städte Italiens – führt ebenso, wie die widrigen Witterungsverhältnisse zum langsamen Verfall der Ruinen. Die kostspielige Restauration der exkavierten Gebäude gelingt der italienischen Regierung nur bedingt, so kann heute nur noch ein Bruchteil der ausgegrabenen Häuser und Tempel von innen besichtigt werden. In den anderen herrscht akute Einsturzgefahr. Auch wenn Pompeji nicht ein zweites Mal untergehen wird, lässt sich doch nicht verneinen, dass der Verfall voranschreitet.