Pisa

File 332Pisa, die Stadt an der nördlichen toskanischen Küste in der Mündungsebene des Flusses Arno, gilt als eine der meistbesuchten Städte Italiens. Dies liegt fraglos an einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Europas, dem Schiefen Turm von Pisa (Kampanile oder Torre Pendente), gelegen auf dem Campo dei Miracoli, dem Feld der Wunder.
File 167Pisa, heute die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, war einst einer der mächtigsten Stadtstaaten der Apenninenhalbinsel. Im 11. Jahrhundert stand Pisa als Seehandelsmacht in Konkurrenz zu Genua und Venedig. Diese Position verdankte die Stadt der strategisch guten Lage am Mittelmeer. Aus jener Zeit stammen auch die Bauten auf dem Feld der Wunder. Im 13. Jahrhundert sank der Einfluss Pisas allerdings rapide. Heute ist Pisa eine toskanische Kleinstadt, die sehr verschlafen und ursprünglich wirkt. Dies mag mitunter daran liegen, dass die meisten Besucher ohnehin nur das Feld der Wunder besichtigen.
File 134Der Campo die Miracoli ist seit 1987 als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet. Auf dem Platz, der auch als Domplatz (Piazza del Duomo) bekannt ist, stehen neben dem Schiefen Turm (Kampanile) der wunderschöne Dom (erbaut 1063 bis 1118), das Baptisterium (die Taufkirche in Rundbauoptik) und der Camposanto (ein Friedhof in Form eines Kreuzgangs). Der imposante Kampanile wurde zwischen 1173 und 1350 erbaut. Im Prinzip handelt es sich um einen freistehenden Glockenturm. Seine Außenfassade orientiert sich architektonisch an dem Dom. Allerdings ist unverkennbar, dass auch orientalische Stilelemente in dem Turm eingeflossen sind, war Pisa zu jener Zeit doch ein mediterranes Handelszentrum, welches den Orient mit dem Okzident verband. Aufgrund des sandigen Schwemmbodens offenbarte der Turm schon während seiner Bauzeit eine ständig wachsende Neigung, die auch in den folgenden Jahrhunderten stetig zunahm. 1991 wurde der Turm schließlich für die Öffentlichkeit geschlossen und stabilisiert, da eine ernsthafte Gefahr bestand, dass der Kampanile umkippen könnte. Zehn Jahre später wurde er schließlich wieder für Besucher geöffnet.
Neben dem Feld der Wunder sollten Sie sich auch Pisas Altstadt rund um die Piazza dei Cavalieri mit der Kirche San Stefano besuchen. Hier ist es zumeist sehr ruhig. Auch die Borgo Stretto, Pisas Einkaufs- und Flaniermeile, ist einen Abstecher wert.