Phlegräische Felder

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Der Golf von Neapel und der benachbarte Golf von Pozzuoli wurden in der frühen Antike durch Griechen besiedelt. Sie erbauten ihre Ortschaften nicht nur im Schatten des allmächtigen Vesuvs, sondern auch unweit einer Reihe kleinerer Vulkane, die in diesem Teil Kampaniens in einer solch hoher Konzentration vorkommen, dass die frühen Siedler der Region den Namen campi flegrei, die flammenden Felder (dt. Phlegräische Felder), verliehen. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein Areal aus dutzenden Vulkanen, die relativ nahe zusammenliegen und in ihrer Gesamtheit eine einzige Caldera bilden. Manch einer spricht im Zusammenhang mit den Phlegräischen Feldern von einem Megavulkan mit zahlreichen Öffnungen und Windungen, der über die Jahrtausende für wiederkehrende kleinere Erdbeben und Bodenhebungen verantwortlich ist.

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Die Phlegräischen Felder, auf denen es einst aus unzähligen Quellen dampfte, rumorte und sprudelte, erstrecken sich über eine Fläche von ca. 150 km². Sie sind geschätzte zwei Millionen Jahre alt. Sie beginnen unmittelbar am westlichen Stadtrand von Neapel und erstrecken sich entlang der Mittelmeerküste hinauf bis ans östliche Ende des Golfs von Pozzuoli (theoretisch gehört auch die Insel Ischia zu den Phlegräischen Feldern). Heute ist die absolute Mehrzahl der Vulkane – man geht insgesamt von ca. 50 Kratern aus – erloschen. Dennoch existiert noch eine Reihe von heißen Quellen, die touristisch genutzt werden, so beispielsweise auf Ischia.

Unweit der Hafenstadt Pozzuoli, die im 6. Jahrhundert n.Chr. von griechischen Siedlern gegründet wurde, liegt der bis heute teilweise aktive Vulkan Solfatara. Innerhalb des Kraters der von einer Seite sehr leicht zugängig ist, dampft und brodelt es an allen Ecken und Enden und viele lokale Touristentouren, die zum Vesuv führen, binden auch den Solfatara in ihr Programm ein. So können Sie am Solfatarakrater in einer eigens dafür errichteten kleinen Backsteinkammer, die bereits in der Römerzeit als Sauna diente, eine Brise der schwefelhaltigen Luft „genießen“. Von Neapel aus sind es nur wenige Kilometer nach Pozzuoli, weshalb Sie einen Abstecher an den Solfatara in Betracht ziehen könnten, wenn Sie die überaus sehenswerte Metropole einmal für ein paar Stunden hinter sich lassen wollen.