Kulinarisches aus Italien

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Nicht zu Unrecht gilt die italienische Küche als eine der besten und einflussreichsten in Europa. Für viele Deutsche gehört die italienische Küche heute zum Alltagsleben. Egal ob Pizza, Pasta oder italienische Rotweine und Prosecco, Parmesankäse, Mozzarella, Balsamico und Olivenöl, Mortadella, Parmaschinken oder Südtiroler Bauernspeck, Gelato (Eis), Espresso oder Cappuccino; alle diese italienischen Spezialitäten sind hierzulande überall sehr beliebt. Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die italienische Küche in den 1950er und 1960er Jahren mit den italienischen Arbeitermigranten nach Deutschland kam. Im Zuge dessen wurden italienische Restaurants (Trattorias oder Pizzerien), und später italienische Kaffeebars in vielen deutschen Städten eröffnet.
File 507Doch hat man Italien geschmeckt, ohne dort gewesen zu sein? Mitnichten! Sie werden sich wundern, wie sehr sich beispielsweise die örtlichen Varianten von Nudelgerichten und Pizzen von den in deutschen Italorestaurants zubereiteten Gerichten oder den Produkten, die in den Tiefkühltruhen der deutschen Supermärkte lagern, unterscheiden. Zudem gibt es zu beachten, dass die italienische Küche weitaus mehr kann als Pizza und Pasta! Im Gegenteil, Italiens Küche ist unglaublich vielfältig, die lokalen Speisen und Getränke in Südtirol und Sizilien sind beispielsweise kaum zu vergleichen.
Doch der Reihe nach, beginnen wir erst einmal mit dem Frühstück. Italienurlauber sind es in der Regel gewohnt, am Morgen ein reichhaltiges Frühstücksbuffet in ihren Hotels oder Pensionen vorzufinden. Italiener selbst bevorzugen aber eigentlich ein spartanisches Frühstück. Es besteht zumeist aus Gebäck (überwiegend Croissants) und einer italienischen Kaffeespezialität, wie Espresso, Cappuccino (Espresso mit aufgeschäumter Milch), Caffè (reines Espressosubstrat) oder Latte macchiato (heiße Milch mit einem Schuss Espresso). Am Mittag und besonders am Abend wird jedoch üppig gespeist. Das Abendessen ist die wichtigste Mahlzeit für die Italiener. Sie wird häufig spät, in Süditalien bisweilen erst um 22.00 oder 23.00 Uhr eingenommen. Italienische Mittags- oder Abendtische bestehen zumeist aus mehreren Gängen. Man beginnt mit den Vorspeisen (antipasti). Dabei handelt es sich um kalte oder warme Happen, wie eingelegtes und gegrilltes Gemüse in Öl, geröstetes Brot mit Tomaten (Bruschetta), kleine Pizzen, Krabbencocktails oder auch Wurstspezialitäten.

Nach den antipasti geht man über zum 1. Gang (primo). Dieser besteht lokalspezifisch aus einer kleinen Portion Pasta, Gnocchi (eine Teigware (Klößchen) aus Kartoffeln) oder Risotto (ein norditalienisches Reisgericht), bzw. einer Suppe oder einem Eintopf. Dann geht man über zum 2. Hauptgang (secondo). Dieser Gang besteht zumeist aus Fleisch- und Fischgerichten, die wiederum regional stark voneinander abweichen können. So isst man in Süditalien begünstigt durch die Anbindung an das Mittelmeer Fischspeisen oder Meeresfrüchte (frutti die mare), wohingegen man beispielsweise in der Toskana viel Wild und Geflügel und in Norditalien Schwein und Rind konsumiert. Fleisch und Fisch wird in vielerlei Arten zubereitet, es wird gekocht, gebraten, geschmort, gegrillt oder gepökelt. Anschließend kann zwischen einer kleinen Käseplatte, Obst oder einer italienischen Süßspeise wie Panna Cotta, Tiramisu oder Zabaione gewählt werden.

Um das üppige Mahl abzuschließen trinkt man entweder einen Digestiv (Grappa oder eine andere lokale Likörvariante) oder einen starken Espresso. Pizzen, die gerade in Süditalien ohne weitere Gänge genossen werden, unterscheiden sich je weiter südlich Sie nach Italien kommen stark von den in Deutschland bekannten Varianten. Bisweilen handelt es sich nur um einen runden gebackenen Fladen, der mit etwas Tomatensoße und ein wenig Basilikum oder Rosmarin verfeinert wird. Zu den Mahlzeiten genießt man einen Wein (vino) ein Bier (birra) oder Wasser (aqua). Italienische Biersorten sind in der Regel etwas leichter als Deutsche, allerdings sind nahezu überall ausländische Biersorten erhältlich. Buon appetito!