Geschichte Italiens

 Jahr Ereignis
Ur- und
Frühgeschichte 
Die ersten menschlichen Spuren auf der italienischen Halbinsel reichen 1.3 Millionen bis zu 1.7 Millionen Jahre zurück. Man kann davon ausgehen, dass gerade der Süden Italiens seit 700.000 Jahren kontinuierlich besiedelt wird. 
ab 2. Jt. v. Chr.  Indo-Germanische Stämme wie die Latiner, Sabiner, Samniten, Umber und zuletzt Kelten wandern über Jahrhunderte auf dem Landweg (Norden) auf die Apenninenhalbinsel ein. 
9. Jh. v. Chr.  Die Etrusker besiedeln die Halbinsel. Ihr Gebiet erstreckt sich auf die Gebiete der heutigen Regionen, Latium, Toskana und Umbrien. Um 600 v. Chr. erlebt die Etruskerherrschaft auf der Apenninenhalbinsel ihre Blütezeit. Die wirtschaftlich starken Etruskersiedlungen schießen sich zu einem Bund zusammen. 
8. Jh. v. Chr.  Griechische Kolonisatoren nehmen Teile der süditalienischen Küste und Siziliens (Magna Graecia) in Besitz. Auch Karthager gründen Kolonien auf Sizilien und Sardinien. Ende des 5. Jh. v. Chr. besiegen die Griechen die Etrusker in zukunftweisenden Seeschlachten. 
8. Jh. v. Chr.
bis 476 n. Chr. 
Einige Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Roms schließen sich zu einer Stadt zusammen. Rom war geboren. Von hier aus entsteht ein Imperium, das das Mittelmeer und in seiner Blütezeit ganz Westeuropa regierte. Die römische Kunst und Kultur, aber auch das römische Recht und die römische Politik prägen Westeuropa bis heute. Das Römische Reich war zunächst ein Königreich, dann eine Republik und zuletzt ein Kaiserreich. Die Expansion des Römischen Reiches beginnt im 4. Jh. v. Chr. Um 100. n. Chr. besitzt das Römische Weltreich seine größte Ausdehnung. Im Zuge von Wanderungs- und Expansionsbestrebungen fallen ab dem 3. Jh. n. Chr. immer wieder indogermanische und andere Völker in das Römische Reich ein. Dies führt zu einer zunehmenden politischen Instabilität. 395 wird das Römische Reich in ein Weströmisches und in ein Oströmisches Reich gespalten. Der Kaiser des Oströmischen Reiches residiert in Konstantinopel. Mit der Eroberung Konstantinopels durch das Osmanische Reich 1453 erlischt das Oströmische Reich. 476 geht das Weströmische Reich unter. Ausgelöst durch die Wirren der Völkerwanderung und interne Auflösungserscheinungen ist sein Schicksal besiegelt. 
569  Die Langobarden, ein Elbgermanischer Stamm, fallen in Italien ein. Das Langobardenreich existiert für 200 Jahre und erstreckt sich über große Teile Norditaliens und auch Teile Süd- und Mittelitaliens. Die Langobarden kämpfen mit Byzanz um die Vorherrschaft auf der Apenninenhalbinsel.  
754 bis 1268  Deutsche Könige wie Otto I. und fränkische Könige wie Karl der Große regieren über die Gebiete des heutigen Italien. 774 erobern die Franken unter Karl den Großen Pavia, die Hauptstadt des Langobardenreiches. 800 wird Karl der Große durch Papst Leo III. zum römischen Kaiser gekrönt. In den folgenden Jahrhunderten kämpfen Deutsche Kaiser und die römisch-katholische Kirche um die politische Vorherrschaft in Italien. Im 10. Jh. entsteht das Heilige Römische Reich. 1268 endet die Stauferzeit in Oberitalien. 
11. bis 15. Jh.  In Ober- und Mittelitalien entstehen Städterepubliken, die anliegende Gebiete zu Vasallen machen und relativ autonom existieren. An der Spitze der Stadtstaaten des 13. Bis 15. Jahrhunderts standen die Segnores, die „starken Männer“. Gerade die Stadtstaaten Florenz, Genua, Mailand, Pisa und Venedig erreichten zu dieser Zeit ihre kulturelle und wirtschaftliche Blüte. 
14. bis 16. Jh.  Italien ist das Zentrum des Humanismus und der Renaissance. Florenz ist ein wichtiges europäisches Bankenzentrum und Bologna das Zentrum der Wissenschaften. Im 15. Jh. steigt die Familie Medici aus Florenz zu einer mächtigen Dynastie auf. Der Friedensvertrag von Lodi 1454 beendet langanhaltende Auseinandersetzungen zwischen den fünf großen Machtzentren (Mailand, Venedig, Florenz, Neapel und der Kirchenstaat) der Apenninenhalbinsel. 
16. Jh. bis 18. Jh.  Unterschiedliche europäische Mächte ringen um die politische Vorherschaft auf der Apenninenhalbinsel. Während Frankreich seinen politischen Einfluss im Norden der Halbinsel ausübt, steht der Süden unter spanischem Einfluss. Mittelitalien, seine Staatsstaaten und der Kirchenstaat hingegen sind bisweilen relativ autonom, verbünden sich jedoch im 16. Jh. mit der Schweiz und Spanien (Heilige Liga), um die französische Herrschaft zu beenden. Auch die Habsburger treten in Erscheinung. Gerade im frühen 18. Jh. wird auf italienischem Boden ein französisch-österreichischer Machtkampf ausgetragen. 
1796 bis 1815  Napoleon Bonaparte führt seinen Italienfeldzug durch. Er annektiert große Teile Ober- und Mittelitaliens. 1802 rufen einige Stadtstaaten eine Italienische Republik aus. 1799 verliert Frankreich kurzfristig die Herrschaft über Italien, kann sie aber bereits ein Jahr später zurückgewinnen. 1805 erfolgte die Umwandlung in das Königreich Italien, Napoleon nimmt den Titel König von Italien an. Zwischen 1813 und 1814 baut Napoleon seien Herrschaft auf ganz Italien aus, verliert diese aber umgehend wieder. Durch den Wiener Kongress (1814 bis 1815) kommt es zu Umstrukturierungen der Mächteverhältnisse auf der Halbinsel. Der Kirchenstaat wird wieder hergestellt. Oberitalien fällt an die Habsburger. 
1815 bis 1870  In den Wirren der Koalitionskriege auf der Halbinsel und unter dem Eindruck der Fremdherrschaft entstehen zahlreiche Bewegungen, die mehr Selbstbestimmung und die Vereinigung zu einem italienischen Staat einfordern. Unter Führern wie Garbialdi und Mazzini entsteht eine mächtige Einigungsbewegung, die als das Risorgimento Einzug in die Geschichtsbücher findet. 1861 werden die Österreicher aus Oberitalien vertrieben, Viktor Emanuel II. wird zum König des konstitutionellen Königreichs Italien gekrönt. 1870 wird der Kirchenstaat eingegliedert, Florenz ist die neue Hauptstadt. 
1870 bis 1919  Das Königreich Italien beteiligt sich am kolonialen Wettlauf der europäischen Großmächte und steigt selbst zu einem bedeutenden politischen Zentrum auf. Der Norden Italiens wird industrialisiert, während der Süden weiterhin unterentwickelt ist. 1882 schließt Italien den Dreibund mit Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich. Als der 1. Weltkrieg ausbricht bleibt Italien zunächst neutral, tritt dann aber auf Seiten Englands und Frankreichs in den Krieg ein. Im Vertrag von St. German (1919) werden Italien ehemalige Habsburgergebiete wie Südtirol zugesprochen. 
1918 bis 1948  In den Nachkriegsjahren, ausgelöst durch massive soziale und wirtschaftliche Probleme, ergreift der Faschist Benito Mussolini (ab da Ministerpräsident des Königreich Italiens) die Macht. Der Faschismus wurde als Bewegung 1919 gegründet und 1922 durch den Marsch auf Rom endgültig als politische Macht etabliert. Mussolinis Vision ist die Wiedererrichtung des Römischen Reiches. Er verfolgt eine aggressive Expansionspolitik. 1936 entsteht zwischen Mussolini und Adolf Hitler die Achse Berlin-Rom. 1940 tritt Italien auf Seiten des Dritten Reichs in den Zweiten Weltkrieg ein, doch es regt sich schnell interner Widerstand, begünstigt durch militärische Misserfolge und eine zunehmende Abhängigkeit von Hitler. 1943 wird Mussolini gestürzt und die neue italienische Regierung schließt sich den Alliierten an. 1946 wird die Monarchie abgeschafft. Italiens erste republikanische Nachkriegsverfassung tritt 1948 in Kraft. 
Italien bis heute  Mit Hilfe westlicher Hilfen (Marshallplan) gelingt Italien zügig der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Nord-Süd-Gefälle bleibt allerdings bis heute erhalten. Dies führt in den Nachkriegsjahren zur Massenauswanderung von Süditalienern nach Norditalien, Europa und Nord- und Südamerika. Italien war 1949 Gründungsmitglied der NATO und gehört seit 1955 den Vereinten Nationen an. Bis in die 1990er Jahre regiert eine christlich-demokratische Partei das Land, es kommt bis heute zu zahlreichen innenpolitischen Krisen. In den 1970er Jahren erlebt Italien linksextremen Terrorismus und rechtspopulistische Gegenbewegungen. Seit den 1990er Jahren kämpft Italien gegen politische Instabilität und den Zusammenbruch der Wirtschaft, für die der Tourismus eine tragende und überlebensnotwendige Säule ist.