Filme

Denkt man an den italienischen Film, so kommen einem unweigerlich zwei Namen in den Sinn: Sergio Leone und Ennio Morricone. Sie stehen federführend für eine Genre, das weit über die Landesgrenzen Italiens hinaus berühmt geworden ist: der Italowestern (bisweilen scherzhaft auch als Spagettiwestern bezeichnet). Dieses Subgenre des Westerns erlebte in den 1960er Jahren seinen Höhepunkt und ist mit so bekannten Filmen wie „Für eine Handvoll Dollar“, „Zwei glorreiche Halunken“ oder „Spiel mir das Lied vom Tod“ verbunden; Filme, die allesamt von Leone in Regie entstanden und zu denen der begnadete Morricone die Filmmusik besteuerte. Leone verfilmte 1984 zudem die Geschichte italienischer Einwanderer in Amerika („Es war einmal im Amerika“). In den 1970er und 1980er Jahren entstanden basierend auf der Idee des Italowesterns eine Reihe von Komödien mit dem berühmt berüchtigten italienischen Duo Bud Spencer (Carlo Pedersoli) und Terrence Hill (Mario Girotti). Zwei sehenswerte neuere italienische Filme sind „Cinema Paradiso“ aus dem Jahre 1988, der die Geschichte der Bewohner eines fiktiven Dorf auf Sizilien und ihres kleinen Kinos erzählt, und „Tee mit Mussolini“, der die Geschichte einiger englischer und amerikanischer Lehrerinnen in Mussolinis Italien vor und während des Zweiten Weltkriegs nachzeichnet. Insbesondere empfehlenswert sind die folgenden Filme:

 

1900
Ein epochales Meisterwerk, mit Filmgrößen wir Robert de Niro, Donald Sutherland und Gerard Depardieu in den Hauptrollen. 1900 gibt lebendige Einblicke in das Italien um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Der Film erzählt die Geschichte der am selben Tag geborenen Alfredo (De Niro) und Olmo (Depardieu), der eine Sohn eines italienischen Großgrundbesitzers, der andere Sohn eines ärmlichen Landarbeiters, der in Diensten von Alfredos Vater steht. Im Zuge der Wirren des Ersten Weltkriegs, der Weltwirtschaftskrise und dem Aufstieg der Faschisten und Sozialisten in Italien, wendet sich Olmo den Linken zu, während Alfredo als apolitischer Reicher sein Leben in vollen Zügen genießt. Die beiden ehemaligen Freunde werden nicht nur zu verbitterten Gegnern um die Gunst einer Frau, sondern Zeitzeugen einer wechselhaften italienischen Geschichte.

 

Der Kaufmann von Venedig
Michael Radfords Hollywoodfilm mit Al Pacino, Joseph Fiennes und Jeremy Irons in den Hauptrollen, basiert auf der gleichnamigen Komödie des großen William Shakespeare. Die Handlung spielt im Venedig des 16. Jahrhunderts und thematisiert die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen dem venezianischen Händler und Kaufmann Antonio (Irons), dem jüdischen Geldverleiher Shylock (Pacino) und dem Adeligen Bassanion (Fiennes), der mit Hilfe von geliehenen Geld um die Hand einer Frau anhalten will. Gekonnt betet der Film die Handlung in das wunderschöne Venedig ein und vermittelt dem Zuschauer so nicht nur eine beeindruckenden Plot, sondern auch eine ansprechende Filmkulisse, die auf einen Venedigurlaub einstimmt.

 

Solino
Fatih Akins Film erzählt vom Leben italienischer Immigranten in Deutschland. Familie Amato kommt 1964 mit ihren beiden kleinen Söhnen (gespielt von Barnaby Metschurat und Moritz Bleibtreu) von Süditalien nach Duisburg und eröffnet eine Pizzeria. Im Abstand von zehn Jahren zeichnet der Film die Geschichte der Amatos nach, vom Zerwürfnis der beiden Brüder und der kaputten Ehe der Eltern Amato, über die Leukämieerkrankung der Mutter, bis zu deren Rückkehr nach Italien und dem großen Finale, in dem Solino, die Heimatgemeinde der Amatos im Mittelpunkt steht.

 

Eine Reihe weiterer Filmproduktion wie The Italian Job, Das Leben ist schön, Der Englische Patient, Der talentierte Mr. Ripley oder Unter der Sonne der Toskana, spielt in diversen Teilen Italiens und befassen sich so mehr oder weniger mit der italienischen Geschichte und Kultur oder geben zumindest erste visuelle Eindrücke in das bezaubernde Bella Italia.