Castel del Monte

File 287Stolz thront das Castel del Monte – oder die „Krone Apuliens“, wie der Bau auch gerne bezeichnet wird – auf einem sanften Hügel in der süditalienischen Region Apulien (von Neapel etwa 230 km entfernt). Die nächstgrößte Ortschaft ist Andria, ca. 20 Kilometer nördlich des Kastells. Bari, die sehenswerte Hauptstadt der Region an Italiens Stiefelferse, liegt ca. 60 Kilometer südöstlich des Kastells.
File 152Die Bedeutung des Castel del Monte für Italien zeigt sich an der Tatsache, dass es auf der italienischen 1 Euro-Cent Münzen verewigt wurde. Das Schloss – häufig auch aufgrund seines wehrhaften Äußeren als Burg bezeichnet – wurde im Auftrag des Stauferkaisers Friedrich II. zwischen 1240 und 1250 am Standort eines ehemaligen Klosters (St. Maria del Monte) errichtet; das Bauprojekt an sich wurde allerdings nie vollkommen beendet. Bis heute ist nicht geklärt, welche Rolle das Kastell spielen sollte (Sakralbau, Wehranlage, Gefängnis etc.), zumal es in einer bis heute relativ unwirklichen Landschaft in Isolation von der Außenwelt und ohne merkliche Anbindung an eine bestehende Infrastruktur errichtet wurde. Die achteckige Form des Baus lässt allerdings vermuten, dass es als kaiserliches Symbol für Wissen und Fortschritt gestanden hat, zumal die Zahl Acht im abendländischen Kulturkreis als Symbol des Wissens verstanden wird und Friedrich II als progressiver Kaiser galt, der die feinen Künste und Wissenschaften aktiv unterstützte.
File 149Das Castel del Monte, welches 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, gilt als eine mittelalterliche architektonische Meisterleistung. Die glatte Außenfassade aus weißem Kalkstein beispielsweise bricht im Laufe des Tages das Licht bei gutem Wetter in den schillerndsten Farben. Das Castel del Monte besitzt die Form eines Oktagons und ist in seinem Grundriss vollkommen symmetrisch aufgebaut. An den acht Ecken des Hauptbaus wurde wiederum jeweils ein achteckiger Turm errichtet. Im Inneren finden sich sechzehn Säle in Trapezform, die sich auf zwei Stockwerke verteilen und ein ebenfalls achteckiger Innenhof, der nicht überdacht ist. Von der Inneneinrichtung ist heute leider nichts mehr erhalten. Die Außenarchitektur verweist allerdings darauf, dass beim Bau des Kastells antike, byzantinische und orientalische Einflüsse gekonnt miteinander zu einer für die damalige Zeit eindrucksvollen Synthese miteinander vereint wurden.